Oberharz mit Brocken 1142 m    
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Unsere Mittwochswanderungen:

von Manfred Seele 2001



Wanderungen haben in unserem Vereinsleben einen hohen Stellenwert. Immer waren Kletterfahrten mit ausgedehnten und schönen Wanderungen verbunden.

Erinnert sei an die Sächsische Schweiz mit Wanderungen über die Rauen- oder Schrammsteine, im Kirnitzschtal mit anschließender Dampferfahrt und viele andere. Aber es gibt den Harz mit dem Harzvorland. Diese Möglichkeiten wollen und können wir jetzt im Rentenalter mehr und häufiger nutzen als zu früheren Zeiten.

Mittwoch ist Wandertag, wenn der Wetterbericht, die Beteiligung und die Wanderlust mitspielen.

Die Abstimmung über Zeit, Ort und Transportmittel erfolgt meist operativ zum Lauftreff am Dienstag oder telefonisch im Rundum-gespräch mit interessierten Wanderfreunden.

Im Frühjahr bietet sich als stadtnahes Wandergebiet der Alte Stolberg und Umgebung an. Hier haben sich folgende Standardrouten ergeben. Durch die Windlücke nach Steigertal und weiter durch den Alten Stolberg zum Stein 100.

Am Weg sind zahlreiche Frühlingsblüher, wie Himmelschlüssel und Veilchen zu bewundern. Vom Stein 100 entweder über Stempeda, dann entlang am Krebsbach nach Rottlebe-rode oder am Rand des Gipssteinbruchs hinunter ebenfalls nach Rottleberode.

Am Wegrand stehen zahlreiche Schautafeln, auch zerfallene Burgen, so dass man nebenbei allerhand Interessantes sehen und erleben kann. Den Rückweg kann man über die Heimkehle und Stein 200 nehmen, wo im Frühling oberhalb der Heimkehle ein dichter Teppich blühender Märzenbecher zu bewundern ist. Über die Kalkhütte und Steigerthal oder die Untere Grasmühle geht es zurück.

Wem der Weg zu weit ist, geht nach Uftrungen zurück und fährt mit dem Zug über Berga nach Nordhausen. Aber auch von Steigerthal über die Ibergtalsperre und den Krebsbach aufwärts zur Sägemühle und weiter in Richtung Neustadt vorbei am Rosenteich, hinauf zum Giebichenhagen und durch die Windlücke wieder zurück nach Nordhausen ist eine lohnende Variante.

Nebenbei machen wir im Frühjahr einen Abstecher zum Teich am Rastplatz kurz vor Stempeda, um uns ausreichend mit Brunnenkresse zu versorgen. Dieses anspruchsvolle Grünzeug ist nicht nach jerdermanns Geschmack, deckt aber in der frühen Jahreszeit den Vitaminbedarf und war einst bei Feinschmeckern begehrt.

Die Stadtnahe Südharz-region um Ilfeld und Neustadt zählt ebenfalls zu unserem bevorzugten Wandergebiet. Einen festen Platz haben hierbei die Routen durch das Steinmühlental nach Rotheshütte und zurück nach Ilfeld oder Woffleben. Die Hin- und Rückfahrt kann so mit der Bahn angetreten werden. Auf etwa halben Weg begegnen wir im Steinmühlental dem Standort einer ehemaligen Mühle und oberhalb der Steinmühle einer auffälligen Felsgruppe, die auch in dieser Region sportliches Felsklettern ermöglicht.

Eine andere Route führt von Netzkater durch den Nonnenforst nach Sophienhof und zurück über die Lindenhöhle und dann an der Harzquerbahn entlang wieder nach Netzkater. Wer etwas mehr Zeit hat und gut zu Fuß ist, kann diese Route auch ausbauen, so z.B. von Sophienhof weiter zum Karlshausturm zurück über das Radeweghaus und das Mosbachtal hinunter zur Eisfelder Talmühle.

Auch hier stehen für An - und Abreise die öffent-lichen Verkehrsmittel zur Verfügung. Wir nutzen diese weitgehend, möchten wir doch umweltbewusst unseren Neigungen nachgehen und auch den öffentlichen Nahverkehr unterstützen. Die Mineralölkonzerne sind eh reich genug.

Bei diesen Wanderungen durch unsere herrliche engere Heimat schwei-fen die Gedanken natürlich auch zurück in die Vergangenheit.
So erinnern wir uns gern zurück an die Zeiten, als es in den Winterferien im Februar noch ausgezeichnete bis ausreichende Schneeverhältnisse gab.

Damals gehörte in dieser Zeit ein erwei-tertes Wochenende in unserem Ferienheim Druidenstein in Trautenstein zum besonderen Ferienerlebnis, besonders für unsere Kinder. Die Skiwanderungen von Trautenstein über das Karlshaus, Sophienhof und den Nonnenforst zum Netzkater waren stets Höhepunkte. Die abfallende Strecke auf Skiern mit vollem Marschgebäck und den zahlreichen Harnadelkurven im Nonnenforst führte zu mach unfreiwilliger Bekanntschaft mit dem Schnee. In Netzkater wurden die Skier geschultert und der Quirl brachte uns nach Nordhausen. Heute sind sowohl die Heime als auch die Pisten leer.

Unsere Kurzwanderungen, wie vorstehend angedeutet, werden ohne Planung je nach Wettervorhersage operativ und kurzfristig angesetzt. Bei telefonischen Anfragen sind alle Wanderfreunde zu Auskünften gern bereit. Die Abstimmung erfolgt auch mündlich zum Läufertreff am Dienstag.

Zur Vorbereitung gehört im wesentlichen die Eigenversorgung aus dem Rucksack. Wandern macht auch durstig und deshalb ist ein Kocher immer mit im Gebäck. In der etwas kälteren Jahreszeit hat sich ein dampfender Glühwein als vorteilhaft erwiesen. Die beste Mischung aus erlesenen Weinsorten wurde inzwischen auch herausgefunden, bleibt aber ein Wandergeheimnis. Gaststätten dienen in der Regel nur als Orientierung.

Natürlich gibt es auch geplante und vorbereitete Wanderungen. Hierzu gehörten Brockenwanderungen (auch mit dem Fahrrad) oder Hochharzwanderungen rund um Clausthal Zellerfeld. Letztere brachte uns vielfältige Erkenntnisse über den ehemaligen Harzer Bergbau und dessen zahlreiche kunstvoll angelegten Wasser-bauten. Vermittelt werden diese Erkenntnisse durch zahlreiche aufgestellte Schautafeln in diesem Gebiet und den heute noch im Betrieb befindlichen künstlich angelegten Wasserläufen.

Die alljährlich durchgeführte Nikolauswanderung erfreute sich bisher einer regen Teilnahme von Wanderfreunden. Diese fand schon bei dichtem Schneetreiben nach Trautenstein statt, meist aber unter herbstlichen Bedingungen, wie im vergangenen Jahr zum Auerberg über Stolberg und die Josephshöhe.

Diese Wanderung endete als Ausnahme von der Regel in einer gastlichen Stätte. In der Gaststätte zum Auerberg war die Kuchentafel besonders reichlich und delikat gedeckt, auch der Küchenchef tat zum Abendbrot sein Bestes und der Wein war hier wohl temperiert und im Angebot gut gewählt.

Die Zeit zwischen den Mahlzeiten nutzten wir zu einem kurzen Spaziergang und mit dem Absingen aller uns bekannten Weihnachtslieder. Der Bus des Reiseunternehmens Brauer und Weihrauch brachte uns wie immer zuverlässig nach Hause zurück.

Dieser kurze Einblick in die regionale Wandertätigkeit unserer Sektion könnte möglicherweise Anlass sein, für Mitglieder oder Sympathiesanten sich unserer Wandergruppe anzuschließen.