Start zum Harzgebirgslauf etwa 1982    
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Gedanken zur Laufbewegung der Sektion:

von Manfred Seele 2001



Die Laufbewegung der Sektion Nordhausen kann heute auf eine lange Tradition zurückblicken. An die Anfänge kann ich mich nicht mehr erinnern; aber irgendwann war sie da - die Laufgruppe der Sektion Wandern und Bergsteigen der BSG Nordhausen.

Als der Autor diese Beitrages dazu stieß - es war wohl das Jahr 1980 - waren einige der "Oldies" schon erfahrene und wettkampferprobte Hasen. Eines Tages fuhr ich mit Familie zum Klippenlauf nach Harzgerode und zwar als Zuschauer.
Dieses Spektakel begeisterte mich und ich beschloss mitzumachen. Fortan wurde emsig trainiert. Zunächst am Montag, später am Dienstag nach Feierabend trafen wir uns am Friedhof und verabschiedeten uns für ca.2 Stunden vom Stadtleben.

Der Kurs führte durch die Windlücke über Steigerthal zum Ausgangspunkt für die Kurzstreckler; die Langstreckler quälten sich weiter über die Kalkhütte und die Untere Grasmühle zurück.
Diese Strecke wurde über viele Jahre mit verschiedenen Varianten beibehalten. Nur im Winter musste wegen schlechter Wegverhältnisse und der Dunkelheit auf die Straße ausgewichen werden. Bevorzugte Strecken waren hier die Straße über Leimbach zur Unteren Grasmühle und zurück. Die Langstreckenläufer liefen über Petersdorf, Buchholz, Steigerthal, Leimbach. Die Gruppe war inzwischen auf 20 bis 30 Läufer angewachsen, da auch die Kinder inzwischen integriert waren.

Der Verkehr nahm mit den Jahren zu und die Straßen wurden unsicher. Mit Taschen- oder Stirnlampe wurde dem entgegengewirkt. Bei herannahenden Fahrzeugen wurden diese eingeschaltet. Was mag mancher Kraftfahrer wohl gedacht haben, als sich ihm eine beleuchtete Schlange entgegenbewegte.
Wegen zunehmenden Verkehrs wurde die Streckenführung nochmals geändert über die Parkallee und Krimderode nach Rüdigsdorf und zurück. Und wer diese Strecke in einer guten Zeit bewältigte, war fit für den Wettkampf.

Die zahlreichen Volksläufe alle zu nennen, oder gar die Teilnehmer oder Ergebnisse, würde den Beitrag weit überlasten.

    Stellvertretend seien hier nur die beliebtesten genannt:
  • - im Februar der Albert - Kuntz - Lauf Nordhausen
  • - im Frühjahr der Kyffhäuser - Berglauf
  • - im Sommer der Klippenlauf in Harzgerode
  • - im Herbst der Harzgebirgslauf in Wernigerode

Auch gab und gibt es den Stundenlauf mit Musik auf dem Sportplatz in Nordhausen.

Die Krönung war jedoch die Teilnahme am Rennsteiglauf im Mai auf einer der angebotenen Strecken zwischen Halbmarathon, Marathon und 65 km.
Der Rennsteiglauf ist bis heute das Mekka aller Freunde der Laufbewegung geblieben, obwohl die Sektion heute in den Start- und Ergebnislisten nur noch selten auftaucht.

Die Wirren der Nachwendejahren haben zwar eine Umstrukturierung erforderlich gemacht, das Anliegen der Laufbewegung hat sich nicht geändert. Zwar sind wir im Durchschnitt stark gealtert, die Jungen ausgestiegen oder abgewandert, aber auch leistungsmäßig und aus gesundheitlichen Gründen müssen wir kürzer treten.

Immer stand und steht das regelmäßige Training im Vordergrund - nicht der Wettkampf. Die zahlreichen Volksläufe wurden zwar gern genutzt um sich bestätigt zu fühlen, Erfahrungen zu machen und mit anderen auszutauschen, Bekannte zu treffen und das einmalige Flair einer großen Volkssportveranstaltung zu genießen.

Der Grund unserer jahrelangen Quälerei über die unterschied-lichsten Strecken war aber das Bemühen, uns leistungsfähig und gesund zu erhalten. Körperliche Betätigung ist nach meiner Auffassung unverzichtbarer Ausgleich bei vorwiegend sitzender oder geistiger Tätigkeit. Dass die Lauferei nicht ganz umsonst war beweist die Tatsache, dass uns 60 bis 70 -jährige Rentner zwar manches " Zipperlein" quält, aber wir sind alle noch da und laufen immer noch.
Also muß etwas dran sein an der These: "Wer rastet, der rostet"



An dieser Stelle muss auch einmal an die unsichtbaren Helfer - an die Ehefrauen -erinnert werden. Sie waren es, die im Anschluss an die " Lauforgien " die versauten und verkeimten Klamotten wieder waschen mussten und manchmal als Verpflegungsposten an der Strecke standen. Erinnert sei hier an die Harzüberquerung von Wernigerode nach Nordhausen, für die unsere Sektion ab Benneckenstein verantwortlich zeichnete.

Denn das Wetter war nie ein Thema bei den Läufern; gelaufen wurde bei jedem Wetter. Entsprechend fiel auch manchmal das Outfit aus, und aus der Lauforgie wurde eine Waschorgie.


Vieles hat sich in den vergangenen 20 Jahren ereignet und vieles hat sich zu früher geändert, geblieben ist die Freude an körperlicher Bewegung in der Natur und in der Gemeinschaft.