Die Lofoten    
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Bergtouren auf den Lofoten

von Dieter Quast 2011


Vom 01.-17. August 2011 waren meine Frau und ich zum Wandern auf den Lofoten, in dem Land, das den ranghöchsten Lebensstandard der Welt lt. HDI hat.


Die bis über 1200 m M. hohen, aus ~ 80 Inseln bestehenden Lofoten liegen 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises in Norwegen. Der mit seinen Ausläufern an der Küste entlang ziehende Golfstrom verringerte die eiszeitliche Vergletscherung der Lofoten auf ca. 500 m M.. Darüber ist der alpine Gebirgscharakter bewahrt worden. Die Lofoten haben darum auch ein milderes Klima als in anderen Teilen der Welt auf demselben Breitengrad (Alaska, Grönland ff.) besteht.


Die wichtigsten Inseln sind durch moderne Brücken oder Tunnel - teils 60 m untermeerisch - verbunden.


Allabendlich begegnen sich im Vestfjord vor unserer Ferienanlage die Fährschiffe der Hurtigrute.


Über die vom Inlandgletscher geformten kahlen Rundlinge oder die mit Waldbeeren-Kraut dicht bestandenen Hänge wandern wir vorbei an vielen kleinen Bergseen. Vom Gipfel geht unser Blick über die kleine Stadt Svolvaer, 4.300 EW - das regionale Zentrum der Lofoten - bis zur Schärenküste am Vestfjord.


Auf den sauren Böden der Hochmoore finden wir die nur in Nordeuropa verbreitete, essbare Moltebeere (Bodenbrombeere), die zu Marmelade und Gelee verarbeitet wird.


Ob auf der felsigen Gipfelkanzel oder im 100 breiten Trollfjord zwischen 1000 m hohen Felswänden - überall begleitet uns der segelnd kreisende Seeadler.


Gegensätzliche Kulturdenkmäler sind die Reste der im 2. Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht gebauten Radarstation "Borga" zur Kontrolle des Schiffsweges von/nach Murmansk und die im kleinen Ort Kabelvag im Jahre 1898 als Holzkonstruktion erbaute Vagan-Kirche, auch Lofoten-Kathedrale genannt mit 1200 Sitzplätzen.


Dem Wiesen-Steilhang folgt eine kleine Kletterei über groben Blockschutt, ehe wir den Leuchtturm erreichen.


Dort wo archäologische Grabungen ein Häuptlingsanwesen aus dem 2.15. Jh. freilegten, steht heute das Wikinger-Museum mit dem 83 m messenden Nachbau eines dreischiffigen Langhauses, Schiffshallen und Wikingerschiffen.


Gletscherschliffe und -Schrammen auf den Granithöckern und kristallklare Bergseen erfreuen den Natur-Liebhaber.


Auch im Mittelgebirge gibt es anspruchsvolle Wege, die aber mit einzigartigen Fernsichten auf die links und rechts liegenden Schärengärten belohnt werden.


Die kleinsten Schären bieten Platz für die bescheidenen Fischerdörfer und z. T. sogar für die fischverarbeitende Industrie.


Fischerhütten, Schären, Fjorde zwischen schroffen Bergen - romantische Traumvorstellungen von der Lofoten-Landschaft - erleben wir im Süden der Inselkette.


Der südlichste Ort der Lofoten mit dem kürzesten Namen "Å" zählt 100 EW, betreibt ein Stockfischmuseum und zeigt uns, was "Zentrum des Kabeljaufanges" bedeutet. 20 Mio. Tonnen Fisch werden jährlich von 2000 Fischern - inkl. Saison-Gastarbeiter - aus dem Eismeer gezogen, auf 400.000 m2 Trockengestelle gehängt und als 16 Mio. kg Trockenfisch (80 % Feuchtigkeitsverlust) exportiert.


Tief hängende Wolken nehmen uns den Lohn für die Mühen des steilen Aufstieges. So bleibt uns nur der Eintrag ins Gipfelbuch.


Gletscherkessel als Zeugen der vor 15.000 Jahren stattgefundenen Inlandvereisung.


Wildromantisch wirken die Gipfel, Grate und Schären, die immer wieder neu, schweißtreibende Herausforderungen motivieren.


Abstieg und Abschied von unvergesslichen Landschaftsbildern in der klaren Meeresluft des hohen Nordens.


Gipfelfreude und Rückblick auf anspruchsvolle Urlaubstage in der naturgeschichtlich dramatischen Landschaft der Lofoten und Lob für die riesigen verkehrstechnischen Bauleistungen des Landes. Die Fischerin winkt besorgt ihrem zum Fischfang hinausfahrenden Ehemann hinterher. Möge er gesund und mit reich gefüllten Netzen wieder heimkehren.

Dieter Quast